Einleitung
Wie kann die unüberschaubare – täglich wachsende
– Informationsfülle im World Wide Web für jeden
individuellen Internet-Nutzer sinnvoll verwertbar aufbereitet
werden?
Gestellt haben sich diese Frage wahrscheinlich schon unzählige
Informationssuchende auf ihren ausgiebigen Streifzügen durchs
Internet. Das Faktum der stetig wachsenden Informationsberge im
Internet macht es notwendig, dass die verfügbaren Informationsangebote
an die individuellen Ziele jedes einzelnen Nutzers angepasst werden.
Jeder einzelne Mensch hat im Internet jeweils eigene Interessen,
Vorlieben, Erfahrungen und Abneigungen. Ein Lösungsansatz
hat sich dabei in letzter Zeit besonders hervorgetan: Die unter
dem Begriff „Personalisierung“, synonym auch „Individualisierung“,
entwickelten Methoden machen es sich zur Aufgabe, die heterogenen
Bedürfnisse eines jeden Einzelnen zu befriedigen. In den
unterschiedlichsten Bereichen von Webangeboten wurden anpassende
oder anpassbare Systeme entwickelt, die Internet-Nutzer individuell
unterstützen sollen.
Besonderes Potenzial bieten Personalisierungssysteme für
das Objekt „Information“. Hier haben Anbieter aus
dem Bereich der Web-Informationsangebote weitreichende Akzente
gesetzt. Zu erwähnen wäre beispielhaft der Service MyYahoo
, ein personalisierbares Informationsportal, das eine individuelle
Informationsfilterung, -aufbereitung und -darstellung erlaubt.
Zum anderen sei der Bereich Unternehmenskommunikation genannt.
Unternehmen versuchen heute verstärkt, die individuelle Kommunikation
mit jedem einzelnen Marktteilnehmer umzusetzen. Die Anpassung
der Kommunikation an individuell gewünschte Produktinformationen,
-interessen und -empfehlungen stellen für die Unternehmung
und den Internet-Nutzer ein Gewinn dar.
Aus der Perspektive des einzelnen Internet-Nutzers stellt jede
individuelle Anpassung von Informationsangeboten ein Gewinn dar,
ein Gewinn an Zeit für die wirklich wichtigen und relevanten
Informationen. Und darum geht es in dieser Arbeit.
Zielsetzung
Die Anfertigung einer Arbeit über das gewählte Thema
ergab sich aus einer persönlichen Problemstellung und den
im Verlauf meines Studiums des Internationalen Informationsmanagement
auf dem Gebiet der Informationswissenschaften erhaltenen Einblicken.
Walter 2000 formuliert sehr treffend mein Problem, nämlich
„Wenn die User vor lauter E-Mails irgendwann nicht mehr
wissen, wo die wirklich interessanten Informationen stehen.“
(cf. Walter 2000: 74) - genau das traf bei mir ein. Da ich die
Informationsversorgung mit Hilfe des E-Mail-Newsletters sehr schätze
und fast täglich abonnierte Newsletter (und auch nicht abonnierte)
erhalte, war mein E-Mail-Aufkommen auf einen unübersichtlichen
Umfang angewachsen. Aus diesem Problem heraus ergab sich für
mich die Überlegung, wie es denn möglich sei, nur noch
die für mich wichtigen und relevanten Inhalte aus E-Mail-Newslettern
herauszufiltern und in einem weiteren Schritt aus den gefilterten
Informationen einen personalisierten Newsletter herzustellen.
Inhaltsschwere Websites arbeiten längst nach diesem Prinzip,
werden aus Datenbanken dynamisch generiert und bieten personalisierte
Inhalte an.
Bei der näher gehenden Betrachtung des Phänomens E-Mail-Newsletter
entdeckte ich umsetzbare Personalisierungspotenziale, aber auch
gewisse technologische sowie redaktionelle Grenzen. Wirft man
einen Blick in die Zukunft des E-Mail-Newsletters, bestimmt der
Trend zur Einlösung des Individualisierungs-Versprechen dieses
Gebiet enorm. Die Vision dabei lautet: Jedem Nutzer den Inhalt,
der ihn interessiert – und nichts sonst!
In der Realität bedeutet dies aber eine Aufteilung von Newsletter-Inhalten
nach immer kleineren Zielgruppen. Nicht nur für das Database-Management
stellt dies eine enorme Herausforderung dar, sondern setzt auch
die Redaktionen vor fast unlösbare Aufgaben und stößt
sich dabei am finanziell und redaktionell Machbaren. Die Endlichkeit
der einzelnen Redaktionskapazitäten verhindert den Traum
von der gezielten Versorgung mit allen gewünschten Inhalten
in einem persönlichen Newsletter.
Der Entwurf des Konzeptes eines adaptiven und adaptierbaren Newsletterservice
ist Ziel dieser Arbeit. Wie könnte ein idealtypisches Konzept
eines solchen Newsletterservice aussehen?
Aus einem thematisch strukturierten Angebot kann sich im Prinzip
jeder Benutzer seinen persönlichen E-Mail-Newsletter selbst
zusammenstellen. Durch die Möglichkeit der themenspezifischen
Inhaltsauswahl für den persönlichen Newsletter aus einer
Vielzahl von unterschiedlichen E-Mail-Newslettern können
fast alle Themenbereiche abgedeckt werden. Das Problem der endlichen
Redaktionskapazität wird durch die Zusammenlegung aller gelöst.
Denkbar ist auch der lernende E-Mail-Newsletter: Je häufiger
von einem Nutzer etwa Links zu bestimmten Themen angeklickt werden,
desto prominenter werden die entsprechenden Inhalte zu diesem
Thema künftig in seinem Newsletter präsentiert.
Das Konzept für einen solchen Newsletterservice wird unter
dem Arbeitstitel mynewsfilter.de entwickelt.
Feedback:
tony.peters@brandwalker.de (gesamte Arbeit auf Anfrage!)