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>> Auszug aus der Magisterarbeit von Tony Peters, M.A. Internationales Informationsmanagement, Thema: Personalisierung im Internet <<
Informationsextraktion und Adaptivität am Beispiel von Newsletterservices auf der Basis empirischer Analysen

Einleitung
Wie kann die unüberschaubare – täglich wachsende – Informationsfülle im World Wide Web für jeden individuellen Internet-Nutzer sinnvoll verwertbar aufbereitet werden?
Gestellt haben sich diese Frage wahrscheinlich schon unzählige Informationssuchende auf ihren ausgiebigen Streifzügen durchs Internet. Das Faktum der stetig wachsenden Informationsberge im Internet macht es notwendig, dass die verfügbaren Informationsangebote an die individuellen Ziele jedes einzelnen Nutzers angepasst werden. Jeder einzelne Mensch hat im Internet jeweils eigene Interessen, Vorlieben, Erfahrungen und Abneigungen. Ein Lösungsansatz hat sich dabei in letzter Zeit besonders hervorgetan: Die unter dem Begriff „Personalisierung“, synonym auch „Individualisierung“, entwickelten Methoden machen es sich zur Aufgabe, die heterogenen Bedürfnisse eines jeden Einzelnen zu befriedigen. In den unterschiedlichsten Bereichen von Webangeboten wurden anpassende oder anpassbare Systeme entwickelt, die Internet-Nutzer individuell unterstützen sollen.
Besonderes Potenzial bieten Personalisierungssysteme für das Objekt „Information“. Hier haben Anbieter aus dem Bereich der Web-Informationsangebote weitreichende Akzente gesetzt. Zu erwähnen wäre beispielhaft der Service MyYahoo , ein personalisierbares Informationsportal, das eine individuelle Informationsfilterung, -aufbereitung und -darstellung erlaubt. Zum anderen sei der Bereich Unternehmenskommunikation genannt. Unternehmen versuchen heute verstärkt, die individuelle Kommunikation mit jedem einzelnen Marktteilnehmer umzusetzen. Die Anpassung der Kommunikation an individuell gewünschte Produktinformationen, -interessen und -empfehlungen stellen für die Unternehmung und den Internet-Nutzer ein Gewinn dar.
Aus der Perspektive des einzelnen Internet-Nutzers stellt jede individuelle Anpassung von Informationsangeboten ein Gewinn dar, ein Gewinn an Zeit für die wirklich wichtigen und relevanten Informationen. Und darum geht es in dieser Arbeit.

Zielsetzung
Die Anfertigung einer Arbeit über das gewählte Thema ergab sich aus einer persönlichen Problemstellung und den im Verlauf meines Studiums des Internationalen Informationsmanagement auf dem Gebiet der Informationswissenschaften erhaltenen Einblicken. Walter 2000 formuliert sehr treffend mein Problem, nämlich „Wenn die User vor lauter E-Mails irgendwann nicht mehr wissen, wo die wirklich interessanten Informationen stehen.“ (cf. Walter 2000: 74) - genau das traf bei mir ein. Da ich die Informationsversorgung mit Hilfe des E-Mail-Newsletters sehr schätze und fast täglich abonnierte Newsletter (und auch nicht abonnierte) erhalte, war mein E-Mail-Aufkommen auf einen unübersichtlichen Umfang angewachsen. Aus diesem Problem heraus ergab sich für mich die Überlegung, wie es denn möglich sei, nur noch die für mich wichtigen und relevanten Inhalte aus E-Mail-Newslettern herauszufiltern und in einem weiteren Schritt aus den gefilterten Informationen einen personalisierten Newsletter herzustellen. Inhaltsschwere Websites arbeiten längst nach diesem Prinzip, werden aus Datenbanken dynamisch generiert und bieten personalisierte Inhalte an.
Bei der näher gehenden Betrachtung des Phänomens E-Mail-Newsletter entdeckte ich umsetzbare Personalisierungspotenziale, aber auch gewisse technologische sowie redaktionelle Grenzen. Wirft man einen Blick in die Zukunft des E-Mail-Newsletters, bestimmt der Trend zur Einlösung des Individualisierungs-Versprechen dieses Gebiet enorm. Die Vision dabei lautet: Jedem Nutzer den Inhalt, der ihn interessiert – und nichts sonst!
In der Realität bedeutet dies aber eine Aufteilung von Newsletter-Inhalten nach immer kleineren Zielgruppen. Nicht nur für das Database-Management stellt dies eine enorme Herausforderung dar, sondern setzt auch die Redaktionen vor fast unlösbare Aufgaben und stößt sich dabei am finanziell und redaktionell Machbaren. Die Endlichkeit der einzelnen Redaktionskapazitäten verhindert den Traum von der gezielten Versorgung mit allen gewünschten Inhalten in einem persönlichen Newsletter.
Der Entwurf des Konzeptes eines adaptiven und adaptierbaren Newsletterservice ist Ziel dieser Arbeit. Wie könnte ein idealtypisches Konzept eines solchen Newsletterservice aussehen?
Aus einem thematisch strukturierten Angebot kann sich im Prinzip jeder Benutzer seinen persönlichen E-Mail-Newsletter selbst zusammenstellen. Durch die Möglichkeit der themenspezifischen Inhaltsauswahl für den persönlichen Newsletter aus einer Vielzahl von unterschiedlichen E-Mail-Newslettern können fast alle Themenbereiche abgedeckt werden. Das Problem der endlichen Redaktionskapazität wird durch die Zusammenlegung aller gelöst.
Denkbar ist auch der lernende E-Mail-Newsletter: Je häufiger von einem Nutzer etwa Links zu bestimmten Themen angeklickt werden, desto prominenter werden die entsprechenden Inhalte zu diesem Thema künftig in seinem Newsletter präsentiert.
Das Konzept für einen solchen Newsletterservice wird unter dem Arbeitstitel mynewsfilter.de entwickelt.

Feedback: tony.peters@brandwalker.de (gesamte Arbeit auf Anfrage!)